Vorbereitung auf die Begleithundprüfung

 

 

Im Juni wird es soweit sein. Teile meiner Familie - meine Frau in der Rolle des Hundehalters und unser Hund in der Rolle des Hundes - werden an der Begleithundprüfung teilnehmen. Höchste Zeit für mich, die Prüfungsverordnung akribisch zu studieren, da es unser erklärtes Ziel ist, die volle Punktzahl von 60 zu erreichen. Nur so können wir führende Funktionäre des Welthunde-Verbandes dazu animieren, ihre Entscheidung, keine Mischlinge für Weltmeisterschaften zuzulassen, nochmals zu überdenken.

 Bei der Durcharbeitung dieser Verordnung, ist eine große Anzahl von Forderungen an Hund und Hundeführer festzustellen. Wer sich auf diese Forderungen optimal vorbereitet und einstellt, wird

 erfolgreich sein. Hier einige Kommentare und hilfreiche Hinweise zu einigen Prüfungsabschnitten, nicht nur für Familienmitglieder. 

 

Die Sachkundeprüfung des Hundehalters 

 

Wie bereits oben erwähnt handelt es sich beim zu prüfenden Hundehalter um ein verdammt nahes Familienmitglied des Autors. Kreative und spitzfindige Ideen des Verfassers, diese schriftliche Sachkundeprüfung sehr „kritisch“ zu untersuchen, wären durchaus und in großer Zahl vorhanden. Statistiken besagen jedoch, dass mittlerweile jede dritte Ehe geschieden wird. Und bekanntlich sind Scheidungen schmerzhaft, schmutzig und teuer. 

 

Unbefangenheit 

 

Nach Rücksprache mit einer Fachfrau bedeutet Unbefangenheit, dass ein Prüfungshund sich freudig oder neutral gegenüber fremden Menschen verhalten muß. Da unter die Rubrik „fremd“ auch der Leistungsricher fällt, rate ich den Hunden unter allen Umständen zu einer freudigen Begrüßung, von einem herzlich Hallo mittels Abschlecken der oberen Körperregionen, während sich der Richter in vertikaler Position befindet, rate ich jedoch dringend ab. Dies könnte den Anschein der versuchten Vorteilnahme erwecken. Wir sind schließlich nicht im Baugewerbe. (Anmerkung des Autors: „Der Leistungsrichter, der dies vor der Prüfung liest, hoffentlich auch nicht).

 

Grundstellung 

 

Es stellt sicherlich kein Problem dar, dass sich der Hund auf der linken Seite des Hundeführers befinden muß und diese Tätigkeit sitzend auszuführen hat. Die Vorgabe, der Hund muß sich mit seiner rechten Schulter in Kniehöhe des Hundeführers befinden, stellt hier jedoch ein Hindernis dar, da ein kleiner Hund dies aus Gründen seines spärlichen Wachstums nicht oder nur mit äußersten Strapazen, gen-manipuliertem Futter, illegalen Wachstumspräparaten oder einem Hocker erreichen kann. Bei drohendem Punktabzug könnte man angeben, man hätte statt Kniehöhe versehentlich Kniehöhle gelesen, Messungen am eigenen Körper ergaben jedoch, dass diese Argumentation ausgesprochen hirnlos ist und deshalb sollte man von Bemerkungen dieser Art Abstand nehmen.

Ebenfalls bedenklich ist die Forderung nach einer sportlichen Haltung des Hundeführers. Zu dieser Art der Körperhaltung, verbunden mit dem bereits erwähnten Verwandtschaftsgrad einer Hundeführerin ist lediglich anzumerken, dass mittlerweile jede dritte Ehe geschieden wird. Und bekanntlich sind Scheidungen schmerzhaft, schmutzig und teuer.

 Nebenbei erwähnt bin ich sehr glücklich, dass die Prüfungsordnung die Grätschstellung verbietet. Ein Veterinär behandelt die daraus resultierenden Verletzungen wie Brüche, Verstauchungen und Prellungen schließlich nicht kostenfrei. 

 

Hörzeichen „Fuß“ 

 

Hier schreibt die Prüfungsverordnung vor, dass der Hund auf das Hörzeichen „Fuß“ freudig zu folgen hat. Somit schreibe ich vor, dass es am Prüfungstag nicht regnet. Sonst wäre „Fuß“ und „freudig“ nicht vereinbar !

Der Marsch beginnt mit etwa 40 Schritten Richtung Süden und 15 Schritten Richtung Norden. Danach geht man 10 Schritte Richtung Westen, 10 Schritte Richtung Osten und zuletzt 10 Schritte Richtung Süden.

Achtung: Es handelt sich hier um eine lose vorgegebene Schrittfolge und keine Schatzsuche !

Zwingend vorgeschrieben ist hier, dass der Hundeführer von seinem Hund begleitet wird. Das Mitführen einer Schaufel liegt im Ermessensspielraum des Hundeführers, er kann, muss aber nicht. Nach Beendigung der Schrittfolge kann man an der Stelle, an der man gelandet ist gerne graben, man stößt jedoch höchstens auf Riesenärger mit dem Platzwart.

 

Gruppe 

 

Da hier eindeutig gefordert wird, dass sich die Gruppe „durcheinander“ bewegen muß, stellt sich die Frage warum der Verfasser bisher von Gruppentätigkeiten kategorisch ausgeschlossen wurde. Wenn jemand ein „Durcheinander“ anzettelt, dann bin wohl ich das. Im Juni werde auch ungefragt an der Gruppe teilnehmen. Für jeden Hund werde ich als Belohnung ein Stück Wurst bereithalten, wenn er seine Belohnung entgegennimmt, aufschreien und auf die Frage der Richters, ob der Hund gebissen hat, mit einem zackigen „JA, Herr Leistungsrichter“ antworten. Somit ist die jahrelange Nichtberücksichtigung meiner Person gerächt und der Sieger der diesjährigen Prüfung steht auch fest. Ein Mischling !!!

 

Schussabgabe 

 

Hier werden mit einer 6mm-Kannone zwei Schüsse abgegeben, während sich der Hund ohne Leine über den Platz bewegt. Ist die Reaktion des Hundes – so will es die Prüfungsordnung - nicht eindeutig, so sind weitere Schüsse im angeleinten Zustand abzufeuern. Ich befürchte, das der Schütze lediglich zwei weitere Chancen erhält, wenn er die frei beweglichen Ziele auf eine Distanz von 15 Schritten verfehlt. Trifft er den Hund im angeleinten Zustand, wird sich der Hund ab dem Zeitpunkt des kapitalen Blattschusses immer gleich „neutral“ verhalten, unabhängig von Wetter und Uhrzeit. Auch die Leine wird für immer durchhängen, lange Zeit auch die Seele des HF. Ich werde meiner Verwandtschaft raten, auf die Schussabgabe zu verzichten. Es wäre schade, wenn zwei Jahre hartes Training völlig umsonst gewesenen wären.

In diesem Zusammenhang ist sehr wichtig, schon im Vorfeld der Prüfung den Namen des Schützen zu erfragen. Sollte es sich bei Schütze und Platzwart um die selbe Person handeln, rate ich dringend, die Schatzsuche beim „Hörzeichen Fuß“ nicht zu übertreiben. 

 

Ablegen unter Ablenkung 

 

Typisch ist hier, dass die Prüfungsordnung vorschreibt ,Hündinnen möglichst getrennt zu halten. Während alle Rüden ruhig den Anweisungen ihrer Führer folgen, so verstehen Hündinnen unter dem Begriff „Ablenkung“ Tratsch und Klatsch. Beispielsweise könnte angeregt und lautstark über das Triebverhalten des knackigen Junghundes aus Box 9 philosophiert werden. Unser Hund ist ein Rüde und wird sich deshalb an Spekulationen, Spitzfindigkeiten, Eitelkeiten, Eifersüchteleien und Munkeleien der Hündinnen nicht beteiligen. Der weibliche Hundeführer hingegen, könnte konträr zum Hund reagieren. Hierzu ist zu erwähnen, dass mittlerweile jede dritte Ehe geschieden wird. Und Scheidungen.......

 

Begegnung mit Autos 

 

Als großer Freund von Autos wird unser Familienhund hier überdurchschnittlich abschneiden. Es wird gefordert, dass der Hund an „mehreren“ Autos vorbeizugehen hat. Unser treuer Freund geht ohne Knurren und Murren auch stundenlang an Autos vorbei, solange er in Keines einsteigen muss. Auch für ein „Sitz“ oder „Platz“ wird er unendlich dankbar sein, da er sich so klein wie möglich machen wird, um unentdeckt zu bleiben.

 Neben der Prüfungsordnung sollten sich alle Kandidaten, sowohl Hunde als auch Hundeführer, diese Notiz sehr gründlich durchlesen und gegebenenfalls ganz oder auszugsweise auswendig lernen. Gerne und jederzeit stehe ich für Fragen zur Verfügung. Die weiblichen Fragesteller möchten bitte möglichst getrennt und unter dem Mantel der Verschwiegenheit an mich herantreten, da mittlerweile jede dritte Ehe......

 

 

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