Freigraf Telljohann Karl-Heinz von Plattenhardt

 

Der Artikel vom 28.08.02 in den Stuttgarter Nachrichten über unseren adeligen Freigrafen von Plattenhardt und die etwas exotische Nutzung seiner versiegelten Ländereien, geben Anlass den Herrschaftssitz unseres geliebten Freigrafen und seine Durchlaucht selbst einmal genauer zu untersuchen.

 

Früher hieß Plattenhardt „Blatinhart“, was eigentlich „platter, ebener Wald“ bedeutet.

In der Ortsgeschichte dieser Gemeinde kann man weiter lesen, dass bereits im 10. Jahrhundert die Bevölkerung gezwungen war, neue Siedlungen in weniger günstigen Lagen zu errichten. Meine Recherche ergab, dass die Menschen aus den günstigen Gebieten wie Stuttgart, New York, Mailand oder Niederbayern flohen, weil sie mehr und mehr der Penetranz der dort ansässigen Versicherungsagenturen schutzlos ausgeliefert waren. Der Freigraf begrüßte die neuen Siedler freudig und versicherte ihnen, sie wären ab nun im Paradies. Deshalb gründete der Freigraf bereits im Jahre 1023 n. Ch. das Versicherungsparadies, um einerseits das Versprochene einzuhalten, andererseits erkannte er sofort, dass seine neuen Leibeigenen hoffnungslos unterversichert waren. Ja, der Graf war zwar wie seine Wälder „platt und eben“ aber er war auch ein listiger Geschäftsmann. Er präsentierte seinem Volk immer wieder neue Versicherungspakete, die sein Hofzauberer, der „große Gothaer“ für ihn erfand. Zunächst waren dem Volk die festgelegten Versicherungsdauern von 500 Jahren ein Dorn im Auge, aber als im Jahre 1287 Plattenhardt im Krieg zwischen dem Grafen von Württemberg und König Rudolf von Habsburg vollkommen zerstört wurde, machten sich die emsig abgeschlossenen Gebäudeversicherungen doch noch bezahlt. Dies hätte sicherlich das finanzielle Aus für den Grafen bedeutet, wenn er nicht bereits im Jahre 1285 diverse Pflichtversicherungen und deren hohe Besteuerung eingeführt hätte. Zusätzlich hatte er noch großes Glück, dass damals der überwiegende Teil seines geliebten Volkes nicht schreiben konnte und er deshalb viele Versicherungsverträge als unwirksam erklärte. Die Gebäudeversicherung war übrigens eine Idee des Zauberers Gothaer, deshalb wurde dieser im Jahre 1288 vom Freigrafen verbannt. Der Sage nach siedelte Gothaer nach München über und ging dort mit den Wittelsbachern eine Allianz ein, aus der das gleichnamige Versicherungsimperium entstand.

 

Was für König Ludwig II von Bayern die Schlösser, das waren für den Freigrafen die Straßen. Beide Staatsmänner hatten einen krankhaften Zwang immer mehr Schlösser bzw. Straßen zu besitzen. Im Gegensatz zu König Ludwig finanzierte Freigraf Telljohann seine Wege nicht aus der Staatskasse, sondern aus den üppigen Versicherungsprämien. Das Plattenhardter Volk war wegen der unermüdlichen Bautätigkeiten geteilter Meinung. Vielen war der ständige Lärm und Dreck höchst zuwider, Anderen waren die Aktivitäten „Grad so lang wie Blattert“, was bedeutet, dass es sie nicht oder kaum interessierte. Der Hofbaumeister trug den Namen Mack, weshalb die Straßenbaugegner in Plattenhardt den Ausdruck „der hat eine Mack“ (später eine Macke), für Menschen mit einem exotischen Spleen kreierten. Der Graf war von diesem Mack jedoch so fasziniert, dass er ihn zum Partner und Teilhaber seines Versicherungsparadieses machte.

 

Im Jahre 1452 beging Freigraf Telljohann Karl-Heinz von Plattenhardt einen verhängnisvollen Fehler.  Er führte die Pflichtversicherung „Straßennutzung“ ein, bei der sein Volk versichern musste, alle Straßen einmal in der Woche zu reinigen. In einer Petition ließ das Volk verlauten, dass sie nunmehr dem Freigrafen den Rücken zukehren wolle. So entstand der Begriff Kehrwoche. Außer sich vor Wut erklärte der zu diesem Zeitpunkt bereits stark verwirrte Graf seinem Volk den Krieg, bei der entscheidenden Schlacht, die an der heutigen Stuttgarter Straße stattfand, bekam der Adelige eine furchtbare an die Goschen, an deren Folgen er verendete. Vorher gelobte er noch, er werde einmal im Jahr als Geist seine Straßen besuchen. Dieser Fluch – wer begegnet schon gerne einem Telljohann - verängstigte das Volk und deshalb nannten sie die Tellstraße in die Stuttgarter Straße, die Freigrafenstraße in die Pfarrstraße und die PACK-Allee in die Kirchstraße um. Somit wollte man ein Erscheinen des Grafen verhindern.

 

Offensichtlich gelang dies nicht, denn wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten, erschien in der Nacht des 27.08.02 Freigraf Telljohann Karl-Heinz von Plattenhardt. Er wurde stark angetrunken von zwei Polizisten in der Stuttgarter Straße angetroffen.